Mit dem 2-Personen-Stück „Das Gesetz der Schwerkraft“ von Autor Olivier Sylvestre, aufgeführt von Schauspielern der Burghofbühne Dinslaken, trauten sich die BKB-Theaterbeauftragten Anna Dosoruth-Lück, Conny Wolf und Trixi Wessel an sehr sensible, aber eben auch sehr aktuelle Themen: Homosexualität und Diversität.

Es geht um zwei Jugendliche in einer Kleinstadt, der eine gerade zugezogen, der andere will unbedingt weg, da er sich eingeengt und nicht akzeptiert fühlt. Beide sind anders als die üblichen Jugendlichen in ihrem Alter: Fred fühlt sich am wohlsten in Mädchenklamotten, Dom ist sicher, er wurde im Körper eines Mädchens geboren. Während des Stücks versuchen beide sich zu integrieren, anzupassen, und erleben dennoch Ausgrenzung und Diskriminierung. Nur in ihrem Safe Space, ihrer Freundschaft, finden sie Raum ihre Andersartigkeit auszuleben.

Trotz eines sehr reduzierten Bühnenbildes sorgten die beiden Schauspieler für emotionales Theater, die Reaktionen im Publikum changierten zwischen Begeisterung und peinlicher Berührung ob des zum Teil schambesetzten Themas. „Ich fand das Theaterstück sehr passend. Das Thema Outing ist heute leider immer noch sehr wichtig und daher noch bedeutsamer anzusprechen. Wenn man an Menschen denkt, denkt man direkt an Mann und Frau und an die üblichen Merkmale, die uns kennzeichnen. Doch wie es ist auch als Mann beispielsweise Schminke zu mögen, oder auch als Frau lieber Klamotten aus der Männerabteilung auszusuchen – wenn man das eben tut, ist es für viele Leute keine normale Verhaltensweise mehr. Doch was ist denn normal? Und wer darf uns vorgeben, was ich mir anziehen darf und was nicht?“, so Wirtschaftsgymnasiastin Sophie aus der 1W21A.

Auch Mitschüler Kilian fand „die Theateraufführung rundum gelungen. Das Thema wurde dem Publikum von den Schauspielern sehr gut nahegebracht. Gerade bei jungen Menschen wird diese Thematik immer relevanter, weshalb ich die Aufführung auch in der Schule als geeignet ansehe. Durch die Aufführung dieses Stücks erreichen die Akteure möglicherweise ebenfalls, dass die Menschen, die sich vom Thema angesprochen fühlen, mehr Mut fassen und dass generell aufgezeigt wird, wie wichtig dieses Thema heutzutage doch ist.“