Talentscouting - Interview mit Nicolas Dimos, 25 Jahre

Nicolas DimosWie bist du zum Talentscouting gekommen?

Ich wurde von meiner BWL-Lehrerin Frau Tavilla vorgeschlagen und Frau Krämer hat mir dann das Konzept erklärt und den Kontakt zu Alexandra Steindor hergestellt. Alle drei haben mehr Potenzial bei Niclas (Mitschüler) und mir gesehen und wollten das gerne ausschöpfen.

Wenn du drei Wünsche für die Zukunft hättest, wie würden sie lauten?

Ich möchte gerne mein Studium mit einem guten Ergebnis abschließen und dann als zweites später einen vernünftigen Job, der mir auch Spaß macht, ergattern. Ich wünsche mir, dass ich dann sorgenfreier durchs Leben gehen kann.

Wie hat dein Scout dich bisher darin unterstützt, diese Wünsche/Ziele zu erreichen?

Mein Talentscout hat mir zuallererst die Ziele vor Augen geführt und die Perspektive eines Studiums aufgezeigt. Ich war zu dem Zeitpunkt komplett orientierungslos und hatte keine großen Ziele oder Wünsche. Alexandra hat mich in diese Richtung gebracht und mir geholfen, das Fundament dafür in der Schulzeit zu legen.

Wie hast du dir deinen Bildungsweg vor dem Talentscouting vorgestellt? Hat sich durch das Talentscouting etwas daran verändert und wenn ja, was?

Bei mir hat sich dadurch ganz viel geändert. Ich war in der Unterstufe komplett orientierungslos, was meine berufliche Zukunft anging. Ich habe damals am Berufskolleg angefangen, um einen höheren Abschluss und dadurch vielleicht eine bessere Ausbildung zu bekommen. An ein Studium hatte ich nie gedacht. Ich komme aus einer Arbeiterfamilie. Da hat man nicht die Vorstellung, dass man zu einem Studium in der Lage wäre. Durch die Termine mit meinem Talent-Scout wurde mir klar, dass das Studium gar nicht so weit weg ist – wie ich dachte. Das habe ich meinem Scout zu verdanken, dass ich mehr in mir sehe und das Potenzial mehr ausschöpfe

Würdest du anderen das Talentscouting empfehlen und wenn ja, warum?

Das Talentscouting ist für mich ein Schlüsselelement für die berufliche Orientierung gerade in der Schule. Talentförderung findet in Deutschland viel weniger statt als in anderen Ländern. Ich gehe ja auch schon länger zur Schule als manch anderer und bisher hat das Talentfördern nie eine Rolle gespielt. Erst durch das Scouting am BKB habe ich neue Perspektiven und Möglichkeiten bekommen und bin mir sicher, dass ich später einen Beruf haben werde, der mir Spaß macht und den ich nicht einfach nur absitze. Persönlich neigt man dazu eher die eigenen Schwächen zu sehen und es war gut, dass mir eine andere Person meine Stärken aufgezeigt hat. Dafür bin ich meinem Scout sehr dankbar. Für mich gehören das Berufskolleg Bottrop und das Talentscouting unbedingt zueinander. Ich kann daher jedem nur empfehlen ein eventuelles Angebot für eine Talentförderung auf jeden Fall anzunehmen.

Mit welchen Worten lässt sich Frau Steindor beschreiben?

Alexandra kann man mit ganz vielen positiven Worten beschreiben: Herzlich, sehr nett und hilfsbereit. Das Scouting verlief schon fast auf einer freundschaftlichen Basis. Mann hat sich immer willkommen gefühlt und konnte über alles sprechen. Sie ist kompetent und mit Herzblut dabei.

Gibt es etwas, was du den Lehrerinnen und Lehrern am Berufskolleg Bottrop bezüglich des Scoutings noch sagen möchtest?

Meiner Meinung nach sollte das Talentscouting mehr Aufmerksamkeit verdienen. Viele Schüler, die ich in meiner Zeit auf dem BKB kennengelernt habe, haben Potenzial für mehr. Alle Lehrer sollten versuchen diese Potenziale zu erahnen und diese dann auch zur Talentförderung leiten. Es geht dabei nicht nur um die reine Leistung, sondern um den Menschen als Ganzes. Schüler, die ihr Potenzial eben noch nicht (auch nachweisbar in den Noten), ausschöpfen, könnten durch eine Förderung in eine Verantwortung gezogen werden und dann stärker werden. Das gilt besonders auch für Schüler, die private Probleme oder Schicksalsschläge erlebt haben. Die Talentförderung kann hier sehr viel Positives bewirken