In seinem aktuellen historischen Roman „Er kenne Herrn Benz nicht, sagt Herr Daimler“ erzählt Autor Ronald Reng die Geschichte der beiden Automobilpioniere Carl Benz und Gottlieb Daimler, die sich persönlich nie begegnet, ihre Namen aber untrennbar miteinander verbunden sind. Während der Roman die Anfänge der Erfindungen rund um das Auto am Ende des 19. Jahrhunderts thematisiert, geht es BKB-Lehrer Jan Lachnicht in seinem BWL-Unterricht um hochmoderne Produktionsverfahren. Das Mercedes-Benz-Werk in Düsseldorf bietet mit seinen Werksbesichtigungen beste Möglichkeiten, prüfungsrelevante theoretische Inhalte wie „Just-in-Time“ (JiT) oder „Just-in-Sequence“ (JiT)/„Just-in-Frequence“ (JiF) real und greifbar nah nachzuvollziehen.
Die Effizienz solcher Verfahren zum Vorbild nehmend organisierte Lachnicht die Besichtigung im innerhalb des Konzerns weltweit größten Transporterwerk gleich für drei Klassen auf einen Streich. Über 50 Schülerinnen und Schüler der Unterstufen des Wirtschaftsgymnasiums (1W25A) und der Kaufmännischen Assistenten (2K25A) sowie die Auszubildenden zu Kaufleuten im Groß- und Außenhandel des dritten Lehrjahres machten sich auf den Weg in die Landeshauptstadt. Die Führungen durch die riesigen Hallen übernahmen traditionell Werks-Azubis.
Nach kurzem Werbevideo und Infofilm ging es in drei Gruppen im Klassenverband, jeweils begleitet von den Lehrenden Sandra Köster, Thomas End oder Udo Wegmann, durch die Rohbau-Halle, wo riesige Roboterarme die Metallteile der Karosserie zusammensetzen und per Laserschweißtechnik punktgenau miteinander fixieren. In der Montage-Halle sah man fast 200 Montage-Stationen, an denen die Mitarbeiter in Kleingruppen sämtliche Komponenten des Sprinters - u.a. Türen, Sitze, Armaturen, Elektronik - in zwei Schichten zusammensetzen (der ursprüngliche Dreischichtbetrieb wurde aufgrund schwächelnder Auftragslage im Oktober 2024 zurückgefahren). Jedes Fahrzeug wird dabei je nach Wunschkonfiguration des Kunden ganz individuell montiert, sieht man mal von den Großaufträgen der Transportunternehmen DHL, UPS oder auch Amazon ab.
Nachdem die sogenannte Verlobung passiert wurde – hier werden Karosserie und Antriebsstrang zusammengeführt – wurde zur Abrundung eines lehrreichen Schultags noch das werkseigene Ausbildungszentrum besucht und ein paar für Mitarbeiter als Mietautos bereitgestellte Mercedes-Benz-Luxuskarossen bestaunt.
„Das war sehr interessant“, resümierte abschließend und repräsentativ für die gesamte BKB-Delegation Autofan Elias Postberg aus der 2K25A; Mitschüler Adin Mandzo lobte explizit die respektablen Werksführungsqualitäten der Industriemechaniker-Azubis Luca und Ismail. Und für Jan Lachnicht gilt es nun im BWL-Unterricht herauszufinden, ob der Daimlersche Qualitätsanspruch auch für Werksbesichtigungen und deren Auswirkungen auf Prüfungsleistungen gilt.









