Internationale Wissenschaftler diskutieren mit IT-Schülern am Berufskolleg

Datensicherheitstechnik einmal anders: Die Jahrgangstufen 12 und 13 des Beruflichen Gymnasiums Informationstechnik haben, unterstützt von ihrem Lehrer Martin Henke, am Europadialog der Ruhr-Universität Bochum (RUB) teilgenommen. Sie konnten hierbei als Gäste im Berufskolleg vier Wissenschaftler aus Italien, Polen, Deutschland und Spanien begrüßen.

Im Mittelpunkt der Begegnung stand das Thema Open Data. Der Jurist und Experte für IT- und Sicherheitsrecht Stefano Leucci aus Trient führte die Schüler auf interessante Weise an die Materie heran. Ausgehend von der Frage „Was sind eigentlich Daten?“ illustrierte er dies an Beispielen aus dem europäischen Raum. So stellte er eine schwedische Date-Vermittlung und den „bewegten“ Linzer Busfahrplan (http://linz.faehrt.at/) vor, der es ermöglicht, die Position von Bussen in Echtzeit zu verfolgen. Anhand dieser Anwendungen verdeutlichte er die vielfältigen Möglichkeiten für den Einsatz von Open Data. Die Frage der Schüler, ob ihre Daten überhaupt sicher seien, beantwortete er nicht ohne  Augenzwinkern im europäischen Zusammenhang: Die EU habe zwar für das Copyright von Daten einen großen legalen Rahmen geschaffen, aber jeder Einzelne müsse Nutzen und Risiken kennen. „Besonders reizvoll für unsere IT-Schüler war, dass die Gäste fast durchgängig Englisch sprachen, sodass sie auch ihre sprachlichen Kompetenzen anwenden konnten“, so Martin Henke.

Interessant waren über die eigentliche Thematik hinaus auch die Einblicke in die persönlichen, europäisch geprägten Lebensläufe der Gäste. Neben Stefano Leucci aus Italien berichtete auch Katarzyna Kubiak aus Polen über ihren Weg. Nach dem Studium arbeitete sie zuerst für Google, ging dann aber nach Hamburg, wo sie Friedens- und Sicherheitspolitik studierte und nun über das Thema der Stationierung von Nuklearwaffen in Europa promoviert. Über die eigentlichen Studieninhalte hinaus wusste sie von der unterschiedlichen Studienatmosphäre an den Unis in Polen und Deutschland zu berichten. Diese Erfahrung konnte Anna Flack, Kulturwissenschaftlerin aus Regensburg, nur bestätigen. Sie hatte vorher unter anderem in Polen Sprachen studiert und hob die positive Wirkung einer Auslandserfahrung hervor. „Für uns als Europaschule ist es natürlich toll unseren Schülern mit solch international geprägten Referenten so anschaulich verdeutlichen zu können, wie wichtig der europäische Gedanke für die Karriere sein kann,“ erläutert Astrid Hildenbrand, Leiterin des Europa-Teams am BKB.

Die aus Spanien stammende Mitarbeiterin des Europadialogteams der RUB, Maria Rincon Murillo, war sehr angetan von der Aufmerksamkeit der Schüler und würde gerne im nächsten Jahr wiederkommen. Wünsche für neue europäische Gesprächsthemen seien stets willkommen und würden gerne berücksichtigt.

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