„Falsche Fuffziger“ und „neue Zwanziger“ – Falschgeldschulung im Einzelhandel

„Du falscher Fuffziger!“ So betitelt man umgangssprachlich einen unaufrichtigen Menschen, dem man nicht trauen kann und der andere Personen zu täuschen versucht. „Falsche Fuffziger“ bezeichnen aber auch gefälschte 50-Euro-Banknoten, die vorzugsweise über den Einzelhandel in Umlauf gebracht werden und infolgedessen unangenehme Konsequenzen für das betroffene Unternehmen, die Mitarbeiter und die Kunden entstehen können.

Gerade für unerfahrene Kassierer kann eine Begegnung mit Falschgeld schwierig sein. Wie verhalte ich mich bei einem Verdacht auf Falschgeld richtig? Mache ich mich strafbar, wenn ich das Falschgeld aus Versehen weitergebe? Woran erkenne ich echtes Geld? Eine Menge dieser Fragen schwirrte den Schülern der drei Unterstufen des Einzelhandels im Kopf herum, als sie sich im Selbstlernzentrum versammelten, um den Ausführungen der erfahrenen Mitarbeiter der Deutschen Bundesbank interessiert zuzuhören. So erfuhren sie im Rahmen der alljährlichen Falschgeldschulung für den Einzelhandel, dass vor allem 20-Euro- und 50-Euro-Banknoten gefälscht werden, weil hier die Mischung aus schneller Verbreitung, hoher Gewinnmarge und geringer Auffälligkeit besonders lukrativ ist. Erleichternd war, dass die Menge an Falschgeld im Vergleich zur echten Euro-Geldmenge sehr niedrig ist.

„Falschgeld wird zumeist von der italienischen Mafia hergestellt. Doch auch in Osteuropa sind Fälscherbanden am Werk. So konnte erst vor kurzem eine Produktion in Bulgarien aufgedeckt werden“,lautete nur eine Antwort auf die zahlreich gestellten Fragen der jungen Verkäufer. Wichtige Erkenntnis für alle Beteiligten: auch mit der unbedachten Weitergabe kann man sich strafbar machen. Fälschungen sind unverzüglich der Polizei zu übergeben.

Das Werk jenes Fälschers, der in Bulgarien gefasst wurde, konnte dann zusammen mit anderen Scheinen näher betrachtet werden. „Der sieht ja wirklich echt aus!“, so Fabian Zirpel aus der EH14B. Nichtsdestotrotz konnten er und seine Klassenkameraden die Echtheit ausschließen, da  auch bei der besten Fälschung nicht alle Sicherheitsmerkmale einwandfrei nachgemacht bzw. kombiniert werden können. Neben dem bekannten Wasserzeichen, dem Sicherheitsfaden oder dem Hologramm zeichnet sich echtes Geld auch durch sein besonderes „Feeling“ aus, was daran liegt, dass Euro-Noten nicht aus Papier, sondern aus Baumwolle hergestellt werden. Im Laufe des Vergleichs von echten und falschen Banknoten entwickelten viele Schüler bereits ein gutes Händchen beim Erkennen von Fälschungen, da sie den Prüfungsdreischritt „Fühlen, Sehen, Kippen“ schnell verinnerlichten.

Ein besonderes Highlight erwartete die Klassen dann zum Ende der 90minütigen Schulung. Der erst am 25.11.2015 erscheinende neue 20-Euro-Schein konnte begutachtet werden. Er enthält, wie alle Noten der neuen Euroserie, die neue Smaragdzahl als einzigartiges Sicherheitsmerkmal, die laut Bundesbank den Euro „unfälschbar“ machen soll. Zum Abschluss betonten alle Teilnehmer, dass ihnen dieses praktische Ausbildungselement sehr gut gefallen habe und sie nun sicherer im Umgang mit Falschgeld wären.

„Die Falschgeldschulung ist gute Tradition an unserer Schule, da wir dazu beitragen, dass unsere Schüler selbstsicher und fachkompetent in einer Stresssituation umgehen können. Gleichzeitig ist es für die Schüler und auch für uns Lehrer wichtig, auch privat echtes von falschem Geld zu unterscheiden.“, so Stefan Weyers, der, wie die Kolleginnen Melanie Hüßhoff und Sandra Maigatte, die Klassen begleitete. Auch zukünftige Jahrgänge im Einzelhandel können sich auf eine Falschgeldschulung freuen, da ein Besuch der kompetenten Mitarbeiter der Deutschen Bundesbank fest eingeplant ist.

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