Schulprogamm
Jede Schule entwickelt im Laufe ihres Bestehens ein eigenes Selbstverständnis hinsichtlich der Methoden und Ziele ihrer pädagogischen Arbeit sowie der Einbettung in ihr gesellschaftliches Umfeld. Dies war immer so, wurde aber bis vor einigen Jahren nie als ein systematisch auf verbindliche Ziele hin zu organisierender Prozess verstanden, sondern ergab sich eher "naturwüchsig" aus dem Betriebsklima, dem Engagement der Schulleitung, Einzelinitiativen von Kollegen und lokalen Gegebenheiten.
Dies zu ändern ist eines der zentralen Anliegen der 1995 unter dem Titel "Zukunft der Bildung - Schule der Zukunft" veröffentlichten Denkschrift der Bildungskommission NRW, die die einzelnen Schulen als autonome und selbstlernende Institutionen versteht und damit zum Dreh- und Angelpunkt von Bildungsreformprozessen macht. Voraussetzung dafür ist, dass jede Schule ihre bisherigen Aktivitäten einer kritischen Bestandsaufnahme unterzieht, pädagogische und gesellschaftliche Zielvorstellungen bestimmt, die sie als individuelle Institution auszeichnen sollen, und Organisationsformen entwickelt, die das Erreichen dieser Ziele in einem definierten zeitlichen Rahmen ermöglichen. Dies verlangt eine permanente Überprüfung des Entwicklungsprozesses sowohl intern als auch in Zusammenarbeit mit der Schulaufsicht und dem Schulträger. Grundlage dieser Evaluation (Bewertung, Beurteilung) ist das sogenannte Schulprogramm.
Die Entwicklung des Schulprogramms verlief am Berufskolleg Bottrop in drei Schritten. Zunächst (1997/98) erarbeitete eine dafür eingerichtete Kommission einen Entwurf, der dann unter Beteiligung der Schulmitwirkungsorgane als Schulprogramm verabschiedet wurde; in einem weiteren Schritt nahmen wir zusammen mit anderen Berufskollegs der Region an einem Projekt teil, dessen Ziel es war, durch Befragung aller am Schulleben beteiligten Gruppen bestehende Stärken und anzustrebende Verbesserungen zu bestimmen. Das Resultat dieser Befragung mündete in eine Überarbeitung des Schulprogramms, die mit dem Beginn des Jahres 2001 abgeschlossen wurde. Es liegt inzwischen in gedruckter Form vor und kann von allen Interessierten, auch per E-Mail, angefordert werden.
Bestelladresse:
Berufskolleg der Stadt Bottrop, An der Berufsschule 20, 46236 Bottrop oder
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Unser Leitbild ist bereits im Briefkopf des Berufskollegs zu finden:"Visionen schulen". Es legt unsere Selbstverpflichtung auf einen gemeinsam beschlossenen Zukunftsentwurf fest und verweist zugleich darauf, dass dieser Entwurf nur dann Gestalt annehmen kann, wenn sich die Schule als eine permanent zum Lernen und damit zur Weiterentwicklung bereite Organisation versteht. Im Zentrum unserer "Vision" steht die Vermittlung umfassender beruflicher und gesellschaftlicher Handlungskompetenz in sozialer Verantwortung vor dem Hintergrund der individuellen Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler. Die pädagogische Arbeit steht im Kontext permanenter gesellschaftlicher Veränderungen, denen sie sich anpassen muss, die sie aber zugleich durch den Unterricht wie durch darüber hinaus gehende pädagogische Aktivitäten mit zu gestalten beansprucht.
In diesem Entwicklungsprozess sind für uns folgende Grundsätze handlungsleitend:
1. Die umfassende Information und kompetente Beratung der Schülerinnen und Schüler, Eltern, Ausbilder und abgebenden Schulen. Eine intensive Beratung und Information gehört bereits zur Selbstverständlichkeit unseres Berufskollegs, sie soll aber künftig, besonders im Hinblick auf die raschen Veränderungen des Arbeitsmarktes, in ein alle Adressaten umfassendes Gesamtkonzept eingebettet sein, das der ständigen Weiterentwicklung und Evaluation bedarf. Hinzu kommt die persönliche Konfliktberatung (Probleme in und außerhalb der Schule, Drogen, gesundheitliche Probleme) unserer Schüler, bei der wir eine noch intensivere Kooperation mit externen Beratungsstellen anstreben.
2. Eine Öffnung der Schule zum regionalen, nationalen und europäischen Bereich hin, was eine permanente Zusammenarbeit mit externen Partnern voraussetzt (Unternehmen, Arbeitsverwaltung, Kommunen, andere Bildungsträger, Eltern, Ausbilder, Schulen des europäischen Auslandes). Öffnung von Schule bedeutet für uns in erster Linie, dass der Globalisierung Rechnung getragen und daher die Bereitschaft aller am Schulleben Beteiligten gefördert werden muss, sich anderen Kulturen gegenüber zu öffnen. Deswegen werden wir unser Engagement in verschiedenen europäischen Projekten verstärken, um noch mehr Schülerinnen und Schüler als jetzt mit Gleichaltrigen anderer Länder in Kontakt zu bringen. Angestrebt wird auch, die bereits jetzt für das Englische bestehende Möglichkeit der externen Zertifizierung von Fremdsprachenkenntnissen auch auf Französisch und Spanisch auszudehnen. Die Öffnung gilt aber auch dem unmittelbaren Umfeld und hier in erster Linie den Ausbildungsbetrieben. Hier verfügen wir bereits über ein effizientes Modell für den Bereich Einzelhandel, das künftig auch auf andere Berufsfelder übertragen werden soll.
3. Eine den Entwicklungen angepasste zukunfts- und arbeitsmarktorientierte Bildung. Der Kern einer zukunfts- und arbeitsmarktorientierten Bildung ist die ständige Weiterentwicklung, systematische Koordinierung und Evaluation unserer Bildungsgangkonzepte. Dies setzt u.a. voraus, dass alle Abteilungen einen besseren Zugriff als bisher auf den Medienbestand haben. Eine erhöhte Transparenz im Hinblick auf Standorte der Medien, Verwaltung der Ausleihe und Zuständigkeit der jeweiligen Lehrkräfte wird hier durch die Einrichtung einer zentralen Datenbank angestrebt.
4. Förderung der Lern- und Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler durch Fördermaßnahmen und ein umfassendes, aufeinander abgestimmtes System von Bildungsgängen (vom Nachholen des Hauptschulabschlusses bis zum Abitur), das für Möglichkeiten des Bildungsaufstiegs offen ist.Bei der Förderung der Lern- und Leistungsbereitschaft wollen wir außer auf die internationalen Projekte künftig vermehrt auf schulinterne Projekte setzen, um die Methoden- und Sozialkompetenz der Schülerinnen und Schüler zu fördern.
5. Schaffung von Umwelt- und GesundheitsbewusstseinZur Stärkung des Umwelt- und Gesundheitsbewusstseins führen wir bereits jetzt einmal jährlich eine Gesundheitswoche durch, in die künftig noch stärker externe Kooperationspartner einbezogen werden sollen. Außerdem werden wir unsere Aktivitäten zum Thema "Arbeitsschutz" intensivieren.
6. Eine lebendige Schulkultur u.a. durch Veranstaltungen wie den "Tag der offenen Tür" oder die Jahresabschlussfeier.Die Lebendigkeit einer Schule hängt wesentlich auch von dem ab, was jenseits des Unterrichts stattfindet. Höhepunkt unserer Schulkultur ist die jährliche Abschlussfeier, die von den Schülerinnen und Schülern in hohem Maße selbst gestaltet wird. Wir streben jedoch auch an, während des Schuljahres die Schülerinnen und Schüler wo immer möglich zur Teilnahme an außerschulischen kulturellen Veranstaltungen anzuregen und umgekehrt die Schule zu einem Forum kultureller Aktivitäten zu machen. Das Schul(betriebs)klima soll durch die Förderung einer Gesprächs- und Konfliktkultur verbessert werden. Wichtig ist und bleibt für uns schließlich der jährliche "Tag der offenen Tür", an dem wir uns gemeinsam mit regionalen Ausbildungsbetrieben und Beratungsstellen präsentieren.
7. Qualitätssicherung durch Evaluation (Bewertung bzw. Beurteilung) des Unterrichts, ein Lehrerfort- und Ausbildungskonzept sowie durch Professionalisierung der erweiterten, arbeitsteilig organisierten Schulleitung hinsichtlich der mit der schulischen Autonomie gewachsenen Führungsaufgaben.Qualitätssicherung kann nur gelingen, wenn die Lehrkräfte den an sie gestellten professionellen Anforderungen gerecht werden und dies setzt eine kontinuierliche Fortbildung voraus, deren Bedarf künftig systematisch ermittelt und in ein umfassendes Konzept eingebunden werden soll, das auch eine verbesserte Information über die bestehenden Fortbildungsmöglichkeiten umfasst. Was die Organisationsentwicklung betrifft, so haben wir bereits in mehreren Bereichen begonnen, unserer Ablauforganisation zu überprüfen und hinsichtlich ihrer Transparenz und Koordination konzeptionell zu erneuern (z.B. durch computergestützte einheitliche Erstellung von Zeugnissen und durch die Einrichtungeines "Intranets"). Parallel dazu wird die Entwicklung von handlungsfähigen Teams gefördert.
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