Erste Erfolgsmeldung nach MFA-Speed-Dating am Berufskolleg

Das ging fix. Bereits eine Woche nach dem Azubi-Speed-Dating am BKB kommt Schülerin Esra Sen freudestrahlend in die Schule und berichtet: „Ich bin total glücklich. Ich habe gestern einen Ausbildungsvertrag unterschrieben.“ 

Esra ist eine von zehn Schülerinnen, die sich um eine Ausbildungsstelle zur medizinischen Fachangestellten beworben hatten. Ihre Bewerbungsunterlagen schickte sie aber nicht wie üblich an verschiedene Arztpraxen, sondern brachte sie mit zum MFA-Speed-Dating, das der Bereich Gesundheit und Soziales des Berufskollegs bereits zum 3. Mal in Kooperation mit dem Bottroper Ärzteverein veranstaltete. 

Das Prinzip ähnelt der Partnersuche des gleichnamigen Anbandlungsprocedere paarungswilliger Großstädter. Kennenlernen, beschnuppern, die Chemie ausloten im 5-Minuten-Takt. Allerdings treffen hier ausbildungswillige Schüler auf Azubis suchende Ärzte und Zahnärzte, die die Vorteile dieser unkonventionellen Art des Bewerbungsgesprächs für sich nutzen. Anna Dosoruth-Lück, Bereichsleiterin am BKB und Initiatorin der Veranstaltung: „Die Ärzte profitieren von unserer Vorauswahl. Unzuverlässige Schüler z.B. mit unentschuldigten Fehlstunden werden aussortiert, zu schlechte Noten sind ein weiteres Ausschlusskriterium. Zudem bereiten wir die Bewerber in einem Seminar auf die Veranstaltung vor: die Bewerbungsmappen werden gesichtet, es wird über den Ausbildungsberuf der medizinischen Fachangestellten detailliert informiert und es werden Bewerbungsgespräche simuliert.“ 

Genau wie den Ärzten „die Bewerber auf dem Silbertablett serviert werden“ – so Bildungsgangleiterin Kerstin Buschfort, die mit ihrem MFA-Team die Veranstaltung stemmte - „profitieren die Schülerinnen enorm vom Speed-Dating.“  Cara Orczik berichtet, dass sie beim ersten 5-Minuten-Date sehr nervös, aber bei den anschließenden schon viel lockerer gewesen sei. „Ich habe gar nicht gewusst,  welche Praxen ausbilden und wo ich überall Bewerbungen hätte hinschicken sollen“, schildert Esra Sen eine weitere Problematik für Ausbildungssuchende. „Dass es dann so schnell geht mit einem Vertrag, hätte ich nicht für möglich gehalten.“ 

Auch die anderen Teilnehmerinnen haben nun gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz. „Allen Schülerinnen wurden mindestens drei Angebote zum Probearbeiten unterbreitet“, freut sich Anna Dosoruth-Lück. 

Vertreter von folgenden Praxen nahmen teil: Zentrum für Neurologie und Seelische Gesundheit (Dr. med Kavuk/Dr. med Vogt), Fachärzte für Neurologie und Psychiatrie; Dr. med Fleischer, Facharzt für Allgemeinmedizin; Gemeinschaftspraxis Dr. med Farghaly/Schumacher, Augenklinik; Dr. med Büscher, Facharzt für Allgemeinmedizin und Dr. med dent. von der Gathen, Zahnarzt. 

Die Schülerinnen kamen aus verschiedenen Bildungsgängen: Höhere Berufsfachschule Gesundheit und Soziales, Berufsfachschule Typ II Gesundheitswesen, Höhere Handelsschule, Berufsfachschule Typ II Wirtschaft und Verwaltung sowie zwei MFA-Schülerinnen, deren Ausbildungsvertrag aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt wurde und die sich im Berufsschulunterricht bewährt haben.

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