Raus aus den stickigen Büros des Großhandels, rein ins pralle kulturell-historische Leben. So oder so ähnlich könnte die Idee der beiden Lehrerinnen Stefanie Houben und Anja Schweer geklungen haben, warum sie mit ihrer Klasse GH24A, einer Mittelstufe der Kaufleute im Groß- und Außenhandelsmanagement, einen Abstecher nach Essen zur Zeche Zollverein machen wollten. Während des Tages in Essen wurde natürlich ausgiebig die imposante Architektur des UNESCO-Welterbes bewundert, aber auch das Ruhrmuseum mit seinen vielfältigen Ausstellungen stand auf dem Exkursionsplan. Hierbei tauchten die Schülerinnen und Schüler vor allem in die jüngere deutsche Geschichte ein, denn die Ausstellung „Unter Tage. Unter Zwang“ beleuchtete eindrucksvoll die Zwangsarbeit in den Stollen und Zechen des Ruhrgebiets während der NS-Herrschaft. „Zu sehen, unter welch qualvollen Bedingungen die Menschen für ein Terrorregime schuften mussten, war emotional aufwühlend“, spiegelte Stefanie Houben die Eindrücke der Gruppe wieder.
Auch die zweite Ausstellung, „Frag nach“, die sich mit Zeitzeugen der Deutschen Exilgeschichte beschäftigte, regte die Auseinandersetzung mit der Geschichte Deutschlands an. „Das war ein gelungener Tag in Essen: Geschichte, Kultur, Region. Ein gelungener Blick über Tellerrand“, fiel das Resümee von Stefanie Houben nur positiv aus. Anja Schweer zog ebenfalls ein sehr positives Fazit: „Unsere Azubis konnten hier Geschichte an einem authentischen Lernort erleben. Die Exkursion verband regionale Geschichte mit aktuellen Fragen der Erinnerungskultur und förderte die Auseinandersetzung mit den Werten einer demokratischen Gesellschaft.“
Die Ausstellung „Frag nach!“ erzählt anhand persönlicher Lebensgeschichten von Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden und ins Exil fliehen mussten. Sie regt dazu an, sich mit Fragen von Demokratie, Ausgrenzung und Erinnerungskultur auseinanderzusetzen.
Die Ausstellung „Unter Tage. Unter Zwang“ beleuchtet das Schicksal der zahlreichen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die während des Zweiten Weltkriegs unter unmenschlichen Bedingungen im Ruhrbergbau eingesetzt wurden. Persönliche Berichte, historische Dokumente und multimediale Stationen machten das Leid der Betroffenen eindrucksvoll nachvollziehbar und verdeutlichten die Verantwortung, die Erinnerung an diese Verbrechen wachzuhalten.









